Und Tschüss!




Ein Jahr nach Start des Post-Kunst-Werk-Blogs haben wir die Koffer gepackt und sind umgezogen.
Ihr findet uns ab heute in unserem neuen Zuhause


Kommt mit rüber, schaut euch um und freut euch auf die Sommerpost! 

Eure Tabea und Michaela


Frühlingspost-Finissage und große Neuigkeiten!




Schon wieder geht eine Post-Kunst-Aktion zuende. 10 Wochen Walzendruck, 10 Wochen Post im Kasten. Wieder erreichten uns so viele Extra-Umschläge mit herrlichen Drucken im mehr oder weniger sanften Morgentau.

Danke ihr Lieben! Für eure überwältigende Post!

Während der Zeit haben wir euch ja fast täglich auf Instagram auf dem Laufenden gehalten. Heute feiern wir mit euch Finissage und zeigen, was wir mit den tollen Bögen machen. Wir erschlagen euch mit vielen vielen Bildern, aber bitte lest bis ganz zum Ende, da verraten wir euch noch ganz wichtige Neuigkeiten!


Michaela: Eine Buntpapier-Sammlung für verschiedenste Zwecke sollte es werden und das ist es geworden! Ich habe überlegt, wohin damit? Einfach nur in meinen Papierschrank für kommende Projekte wollte ich die Bögen nicht legen, dafür sind sie mir zu kostbar. Einige hängen auch an der Wand und sind echte Kunst (der Bogen von Simone zum Beispiel). All die anderen können irgendwann einmal Bucheinbände, Schachteln oder Collagen verzieren, aber bis dahin? Bis dahin kommen sie in ein großes Buch!



So habe ich alle Papiere zurechtgeschnitten auf A3, große Deckel mit Leineneinband gebaut und die Deckel nur mit Schnipseln der Briefumschläge beklebt. Die Umschläge allein waren oft so schön, dass sie auf jeden Fall gewürdigt werden mussten.

Tabea: Ja! Die Umschläge sind oft so schön, dass sie an sich als Kunstwerk durchgehen. Ich habe auch einen Stapel Umschläge und Ausschnitte gesammelt.



Ich konnte alle vier Seiten, außen und innen nur mit Schnipseln der Umschläge oder Zugabeschnipseln bekleben, ohne die großen Bögen anschneiden zu müssen.



Das Album hat Buchschrauben bekommen, die ich ganz außen angebracht habe. So haben die Bögen nur zwei Löcher am Rand, die das Motiv nicht weiter zerstören.



Innen sieht es so aus:

Dann gibt es reichlich zu Blättern:



und endet innen hinten so frisch und frühlingshaft.



Ein riesiges Album wie ein Tapetenbuch ist es geworden, ich werde noch ein paar Taschen einfügen für die gesammelten Karten, die ja auch noch dabei waren. Das schöne an den Schrauben ist ja, dass ich sie immer wieder öffnen kann.





Und du Tabea? Was hast du mit deinen Drucken vor?

Tabea: Sehr schönes Buch! – Ich bin sehr begeistert von den Werken! Diesmal war klar, sofort und auf der Stelle möchte ich die Frühlingsbögen in mein Büro integrieren. Dauerhaft, zentral und praktisch schön. Nach meiner kleinen Renovierung und Regal-Entrümpelung neulich, streifte mein Blick die bunten und unruhigen Aktenordner im Regal. Eine Kollektion aus über 20 Jahre grellem Durcheinander. Immer wenn ich einen Ordner brauchte, kaufte ich mir einen – im Design seiner Zeit.


Na, gruselig? Freilich zierte jeden Ordner eine Individual-Beschriftung. Das Überformat unserer Postkunstaktion kam mir da sehr entgegen, denn ich dachte mir, im Hochformat ergäben die Bögen doch wunderbare Aktenordnerrückenverzierungen … Tada:

Umwerfend, gell! Und so habe ich es gemacht: Ein paar besonders wilde Ordner grundierte ich an den Seiten mit einem kalten Grauton aus der Sprühflasche. Meine Erfahrung diesbezüglich? Neu kaufen geht einfacher und kostet nicht viel mehr. Die Sprühdose war zu schnell leer. Ich nahm sehr gute Farbe, ja die war schon nett.

Und schon ging es los mit dem Aufhübschen. Bogen Beate fand ich besonders schön. Die Rücken vermessen, Streifen geschnitten, mit Buchbinderleim eingestrichen und zentriert auf dem Aktenordnerrücken geklebt, unten und oben habe ich den Streifen großzügig innen eingeklappt.

Ein Traum! Dank der großen Auswahl an schönen Bögen, ging das recht fix. Einige Werke erschienen mir erst zu kostbar – aber ich konnte mich überreden, sie doch zu verwenden, immerhin würde ich sie jeden Tag anblicken. Was sollen gute Sachen in der Schublade herumliegen? Da ist mir eine so konkrete Freude doch lieber!

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Vielen Dank euch für die wunderbaren Originale!

Für meine Ordnerzeile wählte ich natürlich besondere Farbtöne aus. Damit sie gut zu meiner frisch gestrichenen Wand im aufgehellten »Sanften Morgentau« passen. Viele bunte Walzendrucke blieben übrig, mir schweben bereits weitere Projekte vor meinem inneren Auge …

Habt ihr auch noch was Schönes zu zeigen, dann verlinkt eure Arbeiten in der Liste.

Bevor in ein paar Wochen schon die Sommerpost losgeht, werden wir beide noch ganz fleißig werden, denn ganz bald wird es diesen Blog hier nicht mehr geben! Keine Panik, es wird Zeit und ist uns durch die leidige Datenschutz-Diskussion in den letzten Wochen erst richtig deutlich geworden:

Wir ziehen um! Ganz bald wird es einen neuen frischen Wordpress-Post-Kunst-Blog geben. Daran schrauben wir jetzt mal weiter, wünschen euch viel Freude mit euren Frühlingspapieren und viel Vorfreude auf den Sommer!

Eure Michaela und Tabea

Andie: Wie meine Frühlingspost entstanden ist.


Jeder, der auf Instagram unterwegs ist, hat schon mal die filigranen, komplexen und passgenauen Musterdrucke von Andie – @regnitzflimmern – bewundert. Heute ist Andie als Gastbloggerin bei uns, worüber wir uns sehr freuen! Konnte der Sanfte Morgentau sie von ihrem sonst typischen Cyanblau weglocken? Lest selbst, ihr Bericht ist inspirierend und heiter ...

Andie schreibt:

Wilder Walzendruck, Suchtpotenzial der Endlosigkeit und Morgentaublässe

Walzendruck? Toll. Sehr toll. Gewalzt hab ich schon mal. Oder bin ich schon mal? Beides. Im Dreivierteltakt auf dem Parkett und auf Papier sowieso. 


Das Thema der Frühlingspost 2018 war spontan ganz nach meinem Geschmack, der sanfte Morgentau allerdings weniger. Der ist mir zu farblos und blass. Nicht umsonst steht im Kleingedruckten „Blasses Graugrün“. Mal ganz ehrlich, richtig gesund sieht die Farbe nicht aus, oder? Nichtsdestotrotz hab ich sicherheitshalber mal alle Morgentaufarbkarten im Baumarkt eingesammelt - was man hat, hat man. Den dazugehörigen Farbeimer zu kaufen, konnte ich mich jedoch nicht durchringen. 

An Walzen gab es ja durchaus schon einiges im Hause regnitzflimmern. Eine erste rasche Bestandsaufnahme:


Die üblichen Verdächtigen, Moosgummibeklebtes, geschmorte Heizungsisolationsrohre, Schaumgummi. Mir war sofort klar, ich wollte auf jeden Fall etwas – für mich – Neues. Nämlich Schnitzen. Nicht, dass Schnitzen neu wär, aber im Kreis herum, da isses dann doch recht unerprobt. Ja, und das war der Beginn meiner Sucht. 


Ich konnte schlicht und ergreifend nicht mehr aufhören. Noch ne Walzen, noch ne Idee und wieder eine Walze…

Grundsätzlich haderte ich mit denselben Problemen wie ich sie in einigen Blogs oder Ista-Beiträgen sehen konnte – die Suche nach dem perfekten Kleber für die Fusselrolle, die zum richtig Rundbiegen zu dicke Stempelplatte, das Endloseinfärben. Letzteres zumindest hatte ich ziemlich schnell im Griff. Eine zweite Walze, die mitläuft und Farbe nachliefert. Mal mit verkrampftem Klammergriff in einer Hand gehalten, mal beidhändig gewalzt. Zweihändig lag mir mehr und ersetzt man die Gummifarbrolle aus dem Foto noch durch eine Schaumstoffrolle, wird noch nachhaltiger Farbe gespendet.


Mit die meiste Arbeit machte die Paketkleberolle, für die ich aus einer Stempelplatte 42 einzelne Blümchen schnitzte und aufklebte. Im Bild sieht man Roller (ganz oben am Bildrand) und Muster. Selbiges eigentlich recht hübsch, aber gleichmäßig drucken ließ es sich leider nicht. Die einzelnen Stempelchen hatten minimal unterschiedliche Höhen, klebten leicht schief oder die Pappe des Rollers war bissl krumm, wer weiß? Idee verworfen, 42 neue Blümchenstempel wieder vom Roller gezupft. 


Folgerichtig habe ich also eine Blümchenrolle geschnitzt, da hat dann garantiert jedes Blümelein dieselbe Höhe. Ich wollte aber mehr. Nicht nur Blümchen. Ich wollte Tapete, ich wollte Abstrakt, ich wollte Wellen, ich wollte Fisch. Eigentlich am Liebsten alles. Und zwar auf einmal. Nur eines wollte ich nicht so sehr – den Morgentau. 


Beim Tapetenmuster mogelte ich dem Morgentau etwas mehr Blaugrün dazu als die Norm vorsah…


… bei den Fischen muss man genau hinsehen, aber – hallo! - die Wellen sind in 1A sanftem Morgentau.


Dezenter Morgentau plus Blümchen in Weiß auf knalligem Pink. So geht’s natürlich auch, dem Morgentau aus dem Weg zu gehen. Dachte ich zumindest. Leider ist das nicht die Wahrheit. Es ist mir nämlich nicht gelungen, am Morgentau vorbeizusehen. Im Gegenteil. Überall hab ich ihn plötzlich entdeckt. Die kleinen Blütenspitzen in meinem Garten, der Rock im Schaufenster, sogar die Haustür des Nachbarn…

Die besten und innigsten Kumpel werden wir wohl nicht, der sanfte Morgentau und ich. Aber viele Walzen später kann ich doch sagen, dass wir uns irgendwie angefreundet haben. Ganz sanft halt.





Herzlichen Dank an Michaela und Tabea für das mitreißende und hochansteckende Thema Walzendruck und die Inspiration und Organisation. Und auch für den Morgentau danke ich. Wir wären uns ohne Frühlingspost 2018 wohl eher nicht begegnet. 

The winner is ...

Morgenkaffee ©KarenZema Feuerwerk by KAZE
Feuerwerk by KaZe! Mit dem frühen Fisch im Morgenkaffee hat Karen den Hauptpreis unserer Hauptfrühlingsboten-Aktion gewonnen, die wir zusammen mit dem Haupt Verlag veranstaltet haben. Herzlichen Glückwunsch, liebe Karen. Passt ja auch wunderbar zum heutigen Freitag, der Fisch!
Herzlichen Glückwunsch auch allen anderen Gewinnerinnen – zu finden im Haupt Magazin – und vielen vielen Dank für eifrige Teilnahme. Alle Gewinnerinnen werden vom Verlag benachrichtigt.

Simone: Wie meine Frühlingspost entstanden ist.

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
Diesen unglaublich faszinierenden Druck mit dem Endlosgedicht aus der Schweiz habt ihr bestimmt schon auf einigen Blogs gesehen ... und genau wie wir darüber gerätselt, wie er wohl entstanden ist. Simone hat keinen Blog, uns jetzt aber die Enstehungsgeschichte ihrer Drucke geschickt, die uns staunen lässt. Schaut mal:

Simone schreibt:

Mit viel Freude und Elan habe ich meine Idee zur Frühlingspost 2018 umgesetzt. Vielleicht interessiert es euch ja auch, wie mein „Maa mit em hohle Zah“-Druck entstanden ist.

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
Zuerst hab ich den Text in der richtigen Grösse ausgedruckt. Dann hab ich die Buchstaben mit Bleistift nachgezogen und spiegelverkehrt auf die Platte übertragen. Danach konnte ich mit dem Schnitzen beginnen. 

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
Dann machte ich einen ersten Druckversuch und freute mich riesig. ich dachte mir, dass ich die Platte nur noch um das Nudelholz wickle und dann kann ich drucken… 

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
Doch das hat gar nicht geklappt. Die Platte war viel zu steif und liess sich nicht um das Holz biegen. So hab ich schweren Herzens die Platte in die einzelnen Linien geschnitten und sie dann um ein Tischbein aus dem Baumarkt geklebt.

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer


Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
Das Resultat war ok, aber die Linien dazwischen haben mich schon von Anfang an gestört. So habe ich einige Nächte darüber gehirnt, wie ich das besser hin kriegen könnte und plötzlich sind mir die Farbwalzen in den Sinn gekommen, die sollten doch genau die richtige Konsistenz haben. 

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
Weil sie doch recht teuer sind, hab ich zuerst mal mit einer kleinen versucht und weil ich fast keine Geduld hatte, hab ich einfach direkt drauf geschrieben, ein Lied aus dem Kindergarten, das man auch unendlich singen kann.

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
dies hat mir gezeigt, dass es funktionieren wird...

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer
So habe ich mich aufgerafft, die ganze Schnitzerei nochmals von vorne zu beginnen, diesmal direkt auf die Rolle. Es war einfach zu schnitzen und weil ich den Ausdruck hatte, waren die Abstände automatisch richtig… Ja, so ist dieser Druck entstanden und es werden sicher noch einige in dieser Art folgen!

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer

Walzendruck © Simone Maurer
Foto: Simone Maurer

Ursula: Wie meine Frühlingspost entstanden ist...

Walzendruck ©Ursula Ziegler
Foto: Ursula Ziegler




Letzte Woche erreichte uns eine Mail von Ursula mit Bildern ihrer Frühlingspost. Da kam die Idee auf, diesen schönen Entstehungsprozess nicht nur der Gruppe 8 zu zeigen, sondern der ganzen Welt. Deshalb rufen wir hiermit alle bloglosen Postkünstlerinnen auf: Schickt uns Fotos euer Werke und ein wenig Text dazu, dann können wir sie an dieser Stelle veröffentlichen.


Ursula schreibt: 

Liebe Postkunstwerklerinnen der Gruppe 8,

meine gewalzten Blätter werden wahrscheinlich inzwischen bei Euch angekommen sein.
Hier nun ein kleiner Einblick in meine Werkelei:

Walzendruck ©Ursula Ziegler
Foto: Ursula Ziegler


Zuerst habe ich verschiedene Walzen hergestellt, d.h. in Schaumstoffröhren mit dem Lötkolben einfache Muster eingebrannt, dann verschiedene Motive aus Moosgummi ausgeschnitten und auf Fusselrollen geklebt bzw. die restlichen Schaumstoffrollen beklebt. Mit den Schaumstoffrollen wurden die Papiere in sanftem Morgentau grundiert, darauf dann petrolfarbene Blätter gewalzt. Wenn man es mal raus hatte, wie es funktioniert, ging das alles relativ flott von der Hand und die 10 Blätter waren schnell fertig.

Erst danach habe ich mit anderen Farben und Mustern gewalzt und weitere schöne Papiere sind entstanden. Daraus habe ich Euch jeweils ein kleines Päckchen zusammengestellt und mitgeschickt. Mit dem "Postkunst-Dank" von Tabea und Michaela bekam ich auch so ein Musterpäckchen und fand das so eine tolle Idee!!



Walzendruck ©Ursula Ziegler
Foto: Ursula Ziegler
Jetzt freue ich mich auf die nächsten Frühlingspostkunstwerke und grüße Euch herzlich
Ursula